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Präzisionsernährung wirkt wirklich: Was große klinische Studien zeigen

Personalisierte Ernährung hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Der Begriff wird locker genug verwendet, von Nahrungsergänzungsmittel-Abos bis zu Wellness-Apps, dass man zu Recht fragen darf, ob echte Wissenschaft dahintersteckt oder einfach gutes Marketing. Drei separate groß angelegte Studien, unabhängig voneinander von verschiedenen Forschungsgruppen durchgeführt, geben eine recht klare Antwort.

Dieselbe Mahlzeit, unterschiedliche Körper

2015 überwachten Forscher des Weizmann-Instituts den kontinuierlichen Blutzucker bei über 800 Personen, die identische, kontrollierte Mahlzeiten aßen. Die Streuung der individuellen Reaktionen war groß: Bei manchen Menschen bewegte sich der Blutzucker nach einer Mahlzeit kaum, die bei anderen dramatisch anstieg, obwohl die Mahlzeit standardisiert war. Ein Vorhersagemodell, das aus dem Darmmikrobiom, Blutmarkern und Lebensstildaten jeder Person erstellt wurde, sagte besser voraus, wer stark reagieren würde, als das einfache Zählen von Kohlenhydraten.

Die PREDICT-Studien, durchgeführt von Forschern des King's College London und des Massachusetts General Hospital ab 2020, erweiterten dies mit noch mehr Teilnehmern und Mahlzeiten und bestätigten, dass postprandiale (nach dem Essen) Blutzucker-, Fett- und Hungerreaktionen zwischen Personen, die genau dasselbe Essen zu sich nehmen, erheblich variieren, und dass Genetik, Darmmikrobiom-Zusammensetzung und Mahlzeitenkontext (Zeitpunkt, Schlaf, vorherige Mahlzeiten) alle zu dieser Variation beitragen.

Personalisierte Beratung gegen allgemeine Richtlinien getestet

Zu wissen, dass individuelle Reaktionen variieren, ist eine Sache. Zu zeigen, dass das Handeln nach dieser Information tatsächlich das Verhalten ändert, eine andere, und genau das wollte die Food4Me-Studie testen. Über 1.600 Teilnehmer aus sieben europäischen Ländern wurden randomisiert, entweder allgemeine Ernährungsrichtlinien oder eine an ihre Ernährung, ihren Phänotyp und in einigen Gruppen ihren Genotyp angepasste Beratung zu erhalten. Nach sechs Monaten zeigten die Gruppen mit personalisierter Beratung deutlich stärkere Verbesserungen des Ernährungsverhaltens, mit größeren Reduktionen der Salzaufnahme in diesen Gruppen, als die Gruppe mit allgemeiner Beratung, wobei der Effekt auch dann bestand, wenn die Personalisierung auf relativ einfachen Daten beruhte.

Das Kernergebnis dieser Studien ist nicht, dass Personalisierung Magie ist. Es ist, dass identische Ratschläge bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Ergebnisse erzielen, und dass das Anpassen dieser Ratschläge, selbst bescheiden, messbar verbessert, ob Menschen sie tatsächlich befolgen.

Wo ein DNA-basierter Bericht in dieses Bild passt

Es lohnt sich, hier den Umfang genau zu benennen. PREDICT nutzte kontinuierliche Glukosesensoren, Blutentnahmen und Stuhlproben für die Darmmikrobiom-Sequenzierung, ein Forschungsgrad-Multi-Modal-Setup, das kein per Post verschickter DNA-Test bietet. Ein DNA-Bericht liest eine Ebene dieses Bildes: die genetischen Zusammenhänge mit Nährstoffstoffwechsel, Lebensmittelunverträglichkeiten und Stoffwechseltendenzen, die selbst durch jahrzehntelange separate genetische Forschung etabliert wurden (die Art von Quellen, die in Ihrem gesamten FuelYourDNA-Bericht zitiert werden). Das ist eine echte, nützliche Ebene, keine Nachbildung eines vollständigen Multi-Omics-Forschungsprotokolls.

Das Wichtigste

  • Studien zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung zeigen, dass dieselbe Mahlzeit bei verschiedenen Personen deutlich unterschiedliche Reaktionen hervorruft
  • Die randomisierte Food4Me-Studie ergab, dass personalisierte Ernährungsberatung eine stärkere Verhaltensänderung bewirkte als allgemeine Richtlinien
  • Genetik ist ein Faktor unter mehreren (Mikrobiom, Mahlzeitenkontext, Lebensstil), die nachweislich diese individuelle Variation erklären
  • Ein DNA-Bericht erfasst die genetische Ebene dieser Evidenzbasis, nicht das vollständige Multi-Modal-Setup, das diese Studien verwendeten

Wissenschaftliche Quellen

Wissenschaftliche Quellen

  1. Zeevi D, Korem T, Zmora N, et al. Personalized Nutrition by Prediction of Glycemic Responses. Cell, 2015. PubMed-Suche
  2. Berry SE, Valdes AM, Drew DA, et al. Human postprandial responses to food and potential for precision nutrition. Nature Medicine, 2020. PubMed-Suche
  3. Celis-Morales C, Livingstone KM, Marsaux CF, et al. Effect of personalized nutrition on health-related behaviour change: evidence from the Food4me European randomized controlled trial. International Journal of Epidemiology, 2017. PubMed-Suche
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