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VDR: Das Vitamin-D-Gen, das auch Ihre Darmbakterien formt

Ihr Genom formt das Terrain, in dem Ihre Darmbakterien leben, nicht indem es sie sequenziert, sondern indem es den Schleim, die Barriere und das immunologische Klima steuert, in dem sie agieren. FUT2, MCM6, DAO und HNMT sind ein Teil dieser Geschichte. VDR, das Vitamin-D-Rezeptor-Gen, ist ein weiterer, und einer der überraschenderen.

Die andere Aufgabe von Vitamin D

VDR ist vor allem für seine Rolle bei der Kalziumaufnahme und der Knochengesundheit bekannt, der Grund, warum sich ein Vitamin-D-Mangel zuerst auf einer Knochendichtemessung zeigt. Aber das VDR-Protein ist fast überall im Körper vorhanden, und es ist besonders aktiv in den Zellen, die Ihren Darm auskleiden. Dort erfüllt es eine Aufgabe, die wenig mit Knochen zu tun hat: Es hilft, die Tight Junctions zwischen den Darmepithelzellen zu regulieren, die physischen Dichtungen, die bestimmen, wie durchlässig Ihre Darmschleimhaut ist.

Was die Forschung zeigt

Mäuse, die ohne funktionierendes VDR-Gen in ihrer Darmschleimhaut gezüchtet wurden, entwickeln eine messbare Dysbiose, eine Verschiebung in der Zusammensetzung der Darmbakterien, zusammen mit defekter Autophagie (dem zellulären Reinigungsprozess) im entzündeten Dickdarmgewebe. Studien am Menschen folgen demselben Faden: mehrere haben festgestellt, dass VDR-Genvarianten mit Unterschieden in der Vielfalt der Darmbakterien zusammenhängen, und VDR-Polymorphismen werden seit Jahrzehnten im Zusammenhang mit der Anfälligkeit für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen untersucht. Nichts davon macht VDR zu einem „Mikrobiom-Gen" im Sinne einer Stuhlsequenzierung, aber es platziert VDR eindeutig innerhalb der aktuellen Darm-Mikrobiom-Forschung, nicht nur der Knochengesundheitsforschung.

Ein Gen, das die meisten Menschen mit Kalzium und Knochendichte verbinden, erweist sich als einer der am aktivsten erforschten Zusammenhänge zwischen körpereigener Genetik und der Zusammensetzung der Darmbakterien.

Was das praktisch bedeutet

  • Der Vitamin-D-Status könnte über die Knochengesundheit hinaus wichtig sein, aktuelle Forschung deutet auch auf einen plausiblen Zusammenhang mit der Darmbarriere und dem Mikrobiom hin, auch wenn dies noch ein aktives, nicht abgeschlossenes Forschungsgebiet ist.
  • Eine VDR-Variante ist keine Diagnose von irgendetwas. Sie beschreibt ein Gen, das in der Darmbiologie ungewöhnlich gut erforscht ist, keine Darmerkrankung.
  • Wenn Darmsymptome und niedrige Vitamin-D-Werte zusammenfallen, lohnt es sich, diese Kombination einem Arzt zu erwähnen, statt anzunehmen, dass das eine das andere verursacht.

Wo VDR in Ihrem FuelYourDNA-Bericht steht

VDR erscheint bereits in den zentralen Vitamin-D- und Knochengesundheit-Ergebnissen Ihres Berichts, dort ist das Gen in Ihren Ergebnissen zu finden. Dieser Artikel ergänzt die Darm-Mikrobiom-Forschungsebene um dasselbe Gen: nützlicher Kontext, auch wenn der Bericht selbst VDR im Zusammenhang mit Vitamin D darstellt, nicht speziell mit der Darmgesundheit.

-> Alle Gene hinter Ihrem Darmterrain ansehen

Das Wichtigste

  • VDR, das Vitamin-D-Rezeptor-Gen, reguliert neben der Kalziumaufnahme auch die Tight Junctions der Darmbarriere
  • VDR-defiziente Mäuse entwickeln unter entzündlichem Stress Dysbiose und defekte Autophagie der Darmschleimhaut
  • Studien am Menschen verbinden VDR-Varianten mit Unterschieden in der Darmbakterienvielfalt und mit der Forschung zur Anfälligkeit für CED
  • Dies ist ein aktives, noch wachsendes Forschungsgebiet, kein diagnostischer Test

Wissenschaftliche Quellen

Wissenschaftliche Quellen

  1. Jin D, Wu S, Zhang YG, et al. Lack of Vitamin D Receptor Causes Dysbiosis and Changes the Fecal Microbiome in Mice. Molecular Endocrinology, 2015. PubMed-Suche
  2. Wu S, Zhang YG, Lu R, et al. Intestinal epithelial vitamin D receptor deletion leads to defective autophagy in colitis. Gut, 2015. PubMed-Suche
  3. Waterhouse M, Hope B, Krause L, et al. Vitamin D and the gut microbiome: a systematic review of in vivo studies. European Journal of Nutrition, 2019. PubMed-Suche
  4. Bellerba F, Muzio V, Gnagnarella P, et al. The Association between Vitamin D and Gut Microbiota: A Systematic Review of Human Studies. Nutrients, 2021. PubMed-Suche
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